Kassen-Psychotherapeut oder Privatbehandler

Privat oder gesetzlich versichert?

Sowohl als Privatpatient/in als auch als gesetzlich Versicherte/r haben Sie die Möglichkeit, die Therapiekosten durch Ihre Kasse erstattet zu bekommen.

Für gesetzlich Versicherte gibt es grundsätzlich zwei Varianten:

  1. Sie wenden sich an einen sog. Vertragsbehandler (Kassentherapeuten), bei dem Sie nur Ihre Versichertenkarte mitzubringen brauchen (und i. d. R. eine ziemlich lange Wartezeit).
  2. Sie wählen einen qualifizierten (approbierten) Therapeuten aus, der für Sie einen Antrag bei Ihrer Kasse stellt und die Dringlichkeit Ihrer kurzfristigen Behandlung deutlich macht. Bei dieser Vorgehensweise sind die gesetzlichen Kassen allerdings unterschiedlich kooperativ. Während manche Kassen nur darauf verweisen, dass sechs Monate Wartezeit auf einen Therapieplatz durchaus zumutbar seien, zeigen sich andere Kassen wiederum kooperativ und übernehmen nach Antragstellung die Kosten auf dem Kulanzwege. Positiv aufgefallen sind diesbezüglich in der Vergangenheit z.B. die BKK mobil oil sowie diverse andere BKKs, aber auch die Techniker Krankenkasse.

Was viele nicht wissen: Ob ein approbierter Therapeut eine Kassenzulassung hat oder nicht, hat nichts mit seiner Qualifikation zu tun!
Es gibt Therapeuten ohne fundierte Ausbildung, aber mit Kassenzulassung, jedoch auch gut ausgebildete Therapeuten ohne Kassenzulassung. Dies hat gesundheitspolitische Gründe, die zu erläutern hier zu weit führen würde. (Mehr Infos hierzu per e-mail anfordern)

Sind Sie privat versichert, können Sie natürlich ebenfalls einen Vertragsbehandler in Anspruch nehmen. Sie haben aber auch die Möglichkeit, sich einen Therapeuten zu suchen, der keinen Vertrag mit der KV hat. Ein entscheidendes Kriterium, das auch die meisten Privatkassen zur Bedingung machen, sollte allerdings dessen Eintrag im Arztregister sein. Nur dann können Sie sicher sein, dass der Behandler eine qualifizierte Ausbildung in einem der anerkannten Verfahren absolviert hat, also nicht weniger qualifiziert ist als ein Vertragsbehandler. Nur in diesem Fall übernehmen auch die Beihilfestellen (bei Beamten) die Therapiekosten. Ihr Vorteil liegt bei einem Privatbehandler darin, dass Sie i.d.R. nicht auf einen Therapieplatz warten müssen.