Burnout Hamburg: Behandlung von Burnout, Ängsten und Zwängen

Was ist ein burnout?

Burnout Hamburg

Der Begriff „burnout“ ist in den letzten Jahren einerseits zunehmend „in Mode gekommen“ (obwohl er bereits 1974 von dem Psychoanalytiker Freudenberger geprägt wurde), beschreibt aber andererseits ein Phänomen, unter dem zunehmend mehr Menschen in unserer Gesellschaft leiden. So spricht der „Spiegel“ in seiner Titelgeschichte zum Thema (Ausg. Nr. 4/2011) vom „Volk der Erschöpften“, was auch schon einen Hinweis auf die Kernsymptomatik liefert: …“ein schleichend beginnender oder abrupt einsetzender Erschöpfungszustand körperlicher, geistiger oder gefühlsmäßiger Art, in Beruf, Freizeit, Partnerschaft und Familie, der durch lang andauernde Überforderung entstanden ist und sich oft in Aversion, Ekel und Fluchtgedanken, Zynismus, Negativismus, Gereiztheit und Schuldgefühlen zeigt“ (Buser/Kaul-Hecker 2003). Die Grenzen zwischen burnout und Depression sind fließend. Oft wird der Begriff „burnout“ alternativ für eine Depression verwendet, da er sozial akzeptierter ist. Der „Spiegel“ (s.o.): „Die meisten Psychiater sind sich einig, dass „ausgebrannt sein“ nur ein beschönigendes Synonym für die stigmatisierte Depression ist.“ Die deutsche Übersetzung für das burnout lautet dementsprechend auch „Erschöpfungsdepression“.

Charakteristische Symptome sind:

  • Ein Gefühl von Überforderung und mangelnder Leistungsfähigkeit.
  • Reduzierung des emotionalen Spektrums, man „funktioniert“ nur noch, und dies immer schlechter,
  • andererseits Neigung zu unerklärbaren emotionalen Überreaktionen
  • (z.B. plötzliches Weinen ohne wirklich erkennbaren Anlass).
  • Permanente Diskrepanz zwischen (i. d. R. hohen) Erwartungen und der Realität.
  • Zunehmende körperliche, geistige und seelische Erschöpfung bis zur Arbeitsunfähigkeit.

Wer ist gefährdet, an einem burnout zu erkranken?

Grundsätzlich kann jeder an einem burnout erkranken, der sich lange genug internen oder externen Belastungen aussetzt und Warnsignale wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Nicht-Abschalten-Können, Erschöpfung, ignoriert.
Allerdings gibt es bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, die man bei Menschen mit burnout- Syndrom besonders häufig vorfindet:

  • Hohe Verantwortungsüberzeugung (Bereitschaft sich für andere Menschen oder eine Sache aufzuopfern)
  • Hoher Anspruch an sich selbst (Perfektionismus)
  • Schwierigkeiten, sich gegenüber Wünschen und Forderungen anderer abzugrenzen („Nein“ sagen zu können)
  • Es anderen immer recht machen zu wollen
  • Permanente Anspannung
  • Hohe Sensibilität gegenüber Fehlern und Kritik
  • Hohe Erfolgsorientierung- bzw. Überzeugung in Verbindung mit Unterschätzen von Risiken und Problemen („Das muss doch zu schaffen sein!“)

Aber auch externe Faktoren können eine Rolle spielen:

  • quantitativ und qualitativ hohe Arbeitsbelastung
  • hohes Maß an Fremdbestimmung
  • zu wenig Anerkennung (im Beruf, in der Partnerschaft)
  • schlechtes Arbeitsklima
  • soziale Isolation
  • ständiger Termindruck
  • schwierige wirtschaftliche Lage mit Existenzängsten
  • familiäre Probleme, konflikthafte Partnerschaft

Wie helfe ich Ihnen bei einem burnout in Hamburg?

Oft höre ich von Betroffenen: „Ich kann doch jetzt nicht einfach Urlaub machen oder mich krank schreiben lassen!“

Genau das ist das Problem, oder ein wichtiger Teil dessen, was zum burnout führen kann: man fühlt sich derart in der Pflicht oder der Verantwortung, empfindet es oft als persönliches Versagen, wenn man sich den äußeren Zwängen entzieht, um sich zu regenerieren. Dies ist als erster Schritt aber meistens unbedingt erforderlich. Wird in einer Frühphase des burnout diese Möglichkeit der zwischenzeitlichen Regeneration nicht genutzt und nach dem „Weiters-so-Prinzip“ gehandelt, kann eines Tages urplötzlich die Situation entstehen, dass im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr geht: Die Batterie ist komplett leer, und Sie bewältigen die einfachsten Anforderungen des Lebens nicht mehr, von Arbeiten ganz zu schweigen. Wenn dieser Punkt erreicht ist, fallen die Betroffenen oft für Monate für den Arbeitsprozess aus. Spätestens jetzt muss es darum gehen, sich konstruktiv mit sich selbst und seinen Lebensmaximen auseinander zu setzen.

In der Psychotherapie des burnout in meiner Praxis in Hamburg bearbeite ich mit Ihnen u.a. die Fragen:

  • Wie entlaste ich mich kurzfristig?
  • Wo in meinem sozialen Umfeld bekomme ich Unterstützung?
  • Mit welchen Denk- und Handlungsmustern stehe ich mir selbst im Weg
  • und wie lassen sich diese verändern?
  • Lebe ich das Leben, das ich leben möchte, und wenn nicht: was hindert mich daran?

Bei einem burnout ist oft eine medizinische Behandlung in Kombination mit Psychotherapie angezeigt. Mit Antidepressiva sollte nicht gleich begonnen werden, als Option sollten sie aber auch nicht völlig ausgeschlossen werden. Ein mehrwöchiger Klinikaufenthalt kann erforderlich sein, eine anschließender ambulante psychotherapeutische Nachbetreuung ist meistens sinnvoll.

Im Gespräch, ergänzt durch z.B. Entspannungsübungen oder kleine „Hausaufgaben“ geht es darum, Sie künftig widerstandsfähiger gegenüber Belastungen zu machen und Sie gegenüber Warnsignalen zu sensibilisieren.

Schritt für Schritt werden Veränderungsmöglichkeiten Ihrer äußeren Lebens- und Arbeitssituation besprochen. Mindestens ebenso wichtig sind aber die „inneren“ Faktoren, wie die oben beschriebenen Persönlichkeitsmerkmale. Nach und nach werden im Gespräch bestimmte Denk- und Handlungsmuster sowie ungünstige Grundüberzeugungen auf den Prüfstand gestellt und auf ihre „Brauchbarkeit“ überprüft. Dies ist keine „Gehirnwäsche“, und Sie sollen auch kein völlig anderer Mensch werden. Denn die meisten psychischen Probleme sind nur eine Übertreibung von etwas eigentlich Sinnvollem (z.B. Fleiß oder Verantwortungsbereitschaft), das nur etwas zuviel des Guten geworden ist.

Das Ziel der Therapie ist ein bewussterer, „liebevollerer“ Umgang mit sich selbst und das Erkennen dessen, was wirklich wichtig ist für das eigene Leben und die eigene körperliche und seelische Gesundheit.